Willkommen bei der Evangelischen Gemeinschaft Marburg-Süd e.V.

Die Evangelische Gemeinschaft Marburg-Süd ist eine offene, wachsende Gemeinde mitten im Marburger Südviertel. Wir möchten uns auf dieser Internetseite mit unseren Angeboten, Fragen und Antworten vorstellen und Sie herzlich zu einem Besuch unserer Veranstaltungen einladen.

Am Sonntag...

... feiern wir unseren wöchentlichen Gottesdienst um 10.00 Uhr. Alle Altersgruppen sind uns willkommen. Die Jüngsten dürfen im Eltern-Kind-Raum spielen und Spaß haben, ohne dass es ihren Eltern peinlich sein muss oder sie den ganzen Gottesdienst verpassen. Die etwas älteren Kinder treffen sich in mehreren Gruppen zu einem Kindergottesdienst. Wer sich dafür zu groß fühlt, nimmt an einem Gottesdienst teil, der jede Woche ganz besonders ist.

Schön, wenn Sie mal persönlich bei uns vorbei schauen – wir freuen uns darauf unseren Glauben gemeinsam mit Ihnen zu entdecken. Dabei gibt es mehr als nur unseren Gottesdienst: viele unterschiedliche Gruppen treffen sich regelmäßig und auch unregelmäßig. Finden Sie es heraus!

 

Bild von Stefan S. Jäger

Jahreslosung 2012

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Christus spricht: „Lass Dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den
Schwachen mächtig.“

2.Korinther 12,9

Paul Tournier schrieb einmal ein Büchlein mit dem Titel „Die
Starken und die Schwachen“. Es scheint ja auf den ersten Blick zwei
Sorten von Mensch zu geben, eben die geborenen Gewinner, denen alles
glückt, was sie anpacken und die Erfolg im Leben haben, weil sie mit
scheinbar unerschöpflicher Energie das anpacken, was sie erreichen
wollen. Und dann gibt es eben noch die anderen. Die eher
Schüchternen, die sich nichts zutrauen, weil man ihnen vielleicht
als Kind schon gesagt hat, dass aus Ihnen mal nichts wird. Das
scheint sich jedes Mal zu bestätigen: bei der verpatzten Prüfung,
durch eine Krankheit, durch den Verlust des Arbeitsplatzes oder
finanzielle Schwierigkeiten. Die eigenen Kinder sind natürlich nicht
so sportlich und intelligent wie die des erfolgreichen Nachbarn in
dem netten Einfamilienhäuschen usw. So setzt sich das fort.

Wo würden Sie sich spontan einordnen? Eher bei den Starken oder
eher bei den Schwachen? Haben Sie das Gefühl, das Leben im Griff zu
haben und den Problemen gewachsen zu sein? Oder geht es Ihnen eher
so, dass Ihnen der Alltag mit seinen Problemen und Geschäften über
den Kopf wächst und Sie sich manchmal einfach erschöpft und
ohnmächtig fühlen. Vielleicht nach einem Schicksalsschlag, nach
einer Krankheit oder einfach aufgrund einer undefinierbaren Angst, im
Leben auf den falschen Zug aufgesprungen zu sein - und jetzt ist sei
es zu spät.

Wo haben Sie sich einsortiert? Bei den Starken oder den
Schwachen? Oder vielleicht gar nicht, weil es schließlich auch
Halbstarke und Halbschwache gibt, weil der Schwache auch manchmal
stark und der Starke auch manchmal schwach sein kann. Gerade das
Thema „Burnout“, das geradezu das geheime Modethema der Medien im
vergangen Jahr bildete, hat gezeigt, dass wir eine „erschöpfte
Gesellschaft“ sind - und dass es so nicht weitergehen kann.

Die Jahreslosung für das Jahr 2012 fordert uns heraus, unsere
Klischees von „stark“ und „schwach“ zu überdenken. Gerade
unsere (vermeintliche) Stärke wird zur Schwäche und unsere
Schwachheit wird zur Chance. Wo wir aufhören, immer stark sein zu
müssen, bekommt die Gnade eine Chance. Gute Dinge werden sich
entfalten können, ohne dass wir das Entscheidende dazu geleistet
hätten – ja gerade weil wir nicht krampfhaft versuchen, alles
selbst schaffen zu wollen. Das entlastet und eröffnet neue
Möglichkeiten.

Genau das sagt Jesus dem Apostel Paulus, der von der Gemeinde in
Korinth als Schwächling abgelehnt wird und der mit Krankheit und
Niederlagen zu kämpfen hat: „Meine Gnade genügt dir, denn meine
Kraft kommt in Schwachheit zur Vollendung.“ (so die wörtliche
Übersetzung der Jahreslosung). Wo wir unsere Schwächen und
Niederlagen akzeptieren und uns für Gottes Möglichkeiten öffnen,
werden auch 2012 gute Dinge in unserem Leben geschehen. Trotz und
gerade in unserer Schwachheit.

Stefan S. Jäger

Meine Erwartungen und die Realität in der Adventszeit

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Ich weiß nicht, welche Erwartungen sie an die Adventszeit haben – meine jedenfalls waren dieses Jahr sehr hoch:
Ruhig, besinnlich, friedlich, harmonisch sollte es sein, selbstverständlich mit Weihnachtsliedern bei Kerzenschein. Die Wohnung ist aufgeräumt, geputzt und schön dekoriert; Plätzchen und Stollen sind gebacken. – Natürlich ist alles bis zum 1. Advent fertig.
Soweit meine Vorstellungen – die Realität sieht leider völlig anders aus:
Beide Kinder werden vor dem 1. Advent richtig krank und unser 2-jähriger Daniel bekommt seine letzten Backenzähne – vorzugsweise nachts. Statt „ruhig und besinnlich“ kämpfe ich mit Schlafmangel, tröste kleine Rotznasen und komme zu nichts. Statt „friedlich und harmonisch“ werde ich immer gereizter.
Wir eröffnen zusätzlich im wahrsten Sinne des Wortes eine zweite Baustelle. Pünktlich zum 1. Dezember öffnen wir nicht nur das erste Türchen am Adventskalender, sondern auch Firma Laudien, Markus Gaab, steht vor der Tür. Wir wollen unseren Eingangsbereich und Carport pflastern. Statt „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“ heißt es bei uns erst einmal: Der Eingang ist für wenige Tage entweder gar nicht oder nur schwer passierbar. Statt „besinnlicher Weihnachtsmusik“ knattern und scheppern Laster, Bagger, Rüttelplatte und Co vor dem Haus.

Dieses Aufeinanderprallen von Erwartung und Realität hat mir sehr zu schaffen gemacht – ich war frustriert. Irgendwann hat mir Gott einen neuen Blick auf die Dinge gegeben. Mir ist klar geworden, dass beim allerersten Weihnachtsfest die Dinge bestimmt auch anders waren, als die Menschen erwartet hatten. Maria hatte sich bestimmt die Geburt ihres ersten Kindes ganz anders vorgestellt. Die Hirten waren bestimmt auch nicht vorbereitet – und ich möchte mal bezweifeln, dass sie aufgeräumt hatten.
Gott kommt nicht erst, wenn ich aufgeräumt habe und alles perfekt ist. Gott kommt und es ist Advent, egal wie es bei mir aussieht und egal wie ich mich fühle. Jesus will mir auch in meinem Chaos begegnen.

Mit dieser neuen Sicht, gestalten wir zu Hause die Adventszeit neu:
Statt „ruhig und besinnlich“ freue ich mich daran, dass es den Kindern besser geht und unsere 4-jährige Tabea wie ein kleiner Wirbelwind durch die Wohnung tanzt – Daniel meist hinterher. Dabei singt sie mit voller Lautstärke, ganzem Körpereinsatz und Hingabe alle Weihnachtslieder, soweit sie sie kennt. Statt „Weihnachtslieder bei Kerzenschein“ drehen wir die Weihnachtskinderlieder-CD so laut auf, dass die Musik mit Bagger, Rüttelplatte und Co mithalten kann. Gemeinsam mit den Kindern schaue ich aus dem Fenster und staune darüber, dass durch die Hilfe vieler netter Menschen aus Dreck, Beton, Steinen und Lärm im wahrsten Sinne des Wortes „ein neuer Weg bereitet wird“. Statt „zum 1. Advent alles fertig“ zu haben, dekorieren wir nach und nach die Wohnung. Ich habe mir fest vorgenommen nicht darüber zu trauern, dass die zerbrechlichen Krippenfiguren, an denen ich sehr hänge, dieses Jahr keinen Daniel-sicheren Platz gefunden haben. Stattdessen freue ich mich daran, dass Tabea darauf bestanden hat, Krippen-Plätzchenausstecher zu kaufen. Sie hat beim Backen jede Menge Marias, Josefs und Jesus-Babys produziert. So liegt immer wieder eine kleine süße Krippe auf unserem Plätzchenteller, und ich kann sehen und schmecken, wie gut es Gott mit uns meint.

Simone Häußer

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