Archiv der Kategorie: Angedacht

biblische Gedanken

… damit es Segen bringe denen, die es hören.

Redet, was gut ist, was erbaut und was notwendig ist,
damit es Segen bringe denen, die es hören, Epheser 4,29.

Unsere Zunge ist schon ein faszinierendes Organ. Mit ihr können wir die unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen entdecken die es immer mehr in unserer Kulinarischen Welt zu erforschen gibt. Und gleichzeitig formt die Zunge jedes einzelne Wort das aus unserem Mund kommt. Seien es Ärger über die versaute Matheklausur, der Ärger über den Chef dem wir abends bei unserem Partner Luft machen, die tröstenden Worte für unseren besten Freund dem es gerade nicht gut geht, die anerkennenden Dankesreden für Menschen die uns einen Gefallen getan haben oder, oder, oder.

biblische Gedanken
Oft genug passiert es auch, dass unsere Zunge schneller ist, als wir es wollen. Dann wünschen wir uns die gesprochenen Worte wieder zurück nehmen zu können. Besonders wenn noch jede Menge Emotionen mit im Spiel sind.

Paulus benennt in Epheser den Schatz, der in unseren Worten liegen kann. Er fordert uns heraus unser Reden an drei Kriterien zu messen.

Was unsere Zunge formt und über unsere Lippen kommt soll gut sein. Das was wir sagen, soll keine bitteren oder gehässigen Wurzeln haben. Und es soll den Anderen erbauen. Um zu wissen, was meinen Gegenüber erbaut ist es hilfreich ihn gut zu kennen. Paulus Anspruch, an das was wir von uns geben ist, dass der Mensch der es hört danach gestärkt, gekräftigt und aufgerichtet ist. Und ich denke das dritte Kriterium das Paulus anführt ist dabei nicht zu vergessen: „Redet was notwendig ist“- Also nicht alles was man sagen könnte dient dem Anderen. Und ebenso gibt es auch ein zu wenig. Denn mit dem was wir sagen, teilen wir uns mit. Und besonders in einer Beziehung ist es wertvoll, wenn das Notwendige was wir sagen keine Einsilber sind. „Redet, was gut ist, was erbaut und was notwendig ist…“ weil darin ein Schatz verborgen ist. Nämlich der Segen dem es dem Anderen bringt.

Wow, das was wir täglich sagen kann dem Anderem zum Segen werden.- schon mal drüber nachgedacht wie das heute bei dir passiert sein könnte?

 

 

Bildnachweis: twinlili  / pixelio.de

Jahreslosung 2012

Christus spricht: „Lass Dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“ (2. Korinther 12,9)

Paul Tournier schrieb einmal ein Büchlein mit dem Titel „Die Starken und die Schwachen“. Es scheint ja auf den ersten Blick zwei Sorten von Mensch zu geben, eben die geborenen Gewinner, denen alles glückt, was sie anpacken und die Erfolg im Leben haben, weil sie mit scheinbar unerschöpflicher Energie das anpacken, was sie erreichen wollen. Und dann gibt es eben noch die anderen. Die eher Schüchternen, die sich nichts zutrauen, weil man ihnen vielleicht als Kind schon gesagt hat, dass aus Ihnen mal nichts wird. Das scheint sich jedes Mal zu bestätigen: bei der verpatzten Prüfung, durch eine Krankheit, durch den Verlust des Arbeitsplatzes oder finanzielle Schwierigkeiten. Die eigenen Kinder sind natürlich nicht so sportlich und intelligent wie die des erfolgreichen Nachbarn in dem netten Einfamilienhäuschen usw. So setzt sich das fort.

Wo würden Sie sich spontan einordnen? Eher bei den Starken oder eher bei den Schwachen? Haben Sie das Gefühl, das Leben im Griff zu haben und den Problemen gewachsen zu sein? Oder geht es Ihnen eher so, dass Ihnen der Alltag mit seinen Problemen und Geschäften über den Kopf wächst und Sie sich manchmal einfach erschöpft und ohnmächtig fühlen. Vielleicht nach einem  Schicksalsschlag, nach einer Krankheit oder einfach aufgrund einer undefinierbaren Angst, im Leben auf den falschen Zug aufgesprungen zu sein – und jetzt ist sei es zu spät.

Wo haben Sie sich einsortiert? Bei den Starken oder den Schwachen? Oder vielleicht gar nicht, weil es schließlich auch Halbstarke und Halbschwache gibt, weil der Schwache auch manchmal stark und der Starke auch manchmal schwach sein kann. Gerade das Thema „Burnout“, das geradezu das geheime Modethema der Medien im vergangen Jahr bildete, hat gezeigt, dass wir eine „erschöpfte Gesellschaft“ sind – und dass es so nicht weitergehen kann.

Die Jahreslosung für das Jahr 2012 fordert uns heraus, unsere Klischees von „stark“ und „schwach“ zu überdenken. Gerade unsere (vermeintliche) Stärke wird zur Schwäche und unsere Schwachheit wird zur Chance. Wo wir aufhören, immer stark sein zu müssen, bekommt die Gnade eine Chance. Gute Dinge werden sich entfalten können, ohne dass wir das Entscheidende dazu geleistet hätten – ja gerade weil wir nicht krampfhaft versuchen, alles selbst schaffen zu wollen. Das entlastet und eröffnet neue Möglichkeiten.

Genau das sagt Jesus dem Apostel Paulus, der von der Gemeinde in Korinth als Schwächling abgelehnt wird und der mit Krankheit und Niederlagen zu kämpfen hat: „Meine Gnade genügt dir, denn meine Kraft kommt in Schwachheit zur Vollendung.“ (so die wörtliche Übersetzung der Jahreslosung). Wo wir unsere Schwächen und Niederlagen akzeptieren und uns für Gottes Möglichkeiten öffnen, werden auch 2012 gute Dinge in unserem Leben geschehen. Trotz und gerade in unserer Schwachheit.

Stefan S. Jäger